Schulprogramm – Einführung

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Vorwort Der Einzugsbereich unserer Schule umfasst das Stadtgebiet Zülpich mit seinen vier Grundschulbezirken für 27 Ortschaften sowie die im Kreis Düren liegenden Gemeinden Vettweiß mit 10 Ortschaften, Nörvenich und Stockheim. Für diese Gemeinden ist sie die nächstgelegene Schule dieser Schulform.

Die Realschule Zülpich wurde 2002 gegründet. Der erste Jahrgang bestand mit insgesamt 129 Schülerinnen und Schülern aus drei Klassen des fünften sowie zwei des sechsten Schuljahres. 2003 wurde ein neues Schulgebäude bezogen, das im darauf folgenden Jahr bereits um sechs Klassen sowie zwei Fachräume erweitert wurde. Im laufenden Schuljahr ist die Schule dreizügig bzw. vierzügig aufgebaut. Insgesamt besuchen zurzeit 599 Schülerinnen und Schüler unsere Schule.

Ende des Jahres 2004 erfolgte auf einstimmigen Beschluss der Schulkonferenz und des Schulausschusses der Stadt Zülpich die Namensgebung in Karl-von­-Lutzenberger Realschule (KvLRS).

Karl von Lutzenberger, Oberpfarrer an St. Peter in Zülpich von 1923 bis 1944, gilt als anerkannte, herausragende Persönlichkeit der jüngeren geschichtlichen Vergangenheit unserer Stadt. In der Zeit des nationalsozialistischen Regimes widersetzte er sich den örtlichen Machthabern, engagierte sich für seine Mitbürger, insbesondere für die vom System Verfolgten. Sein Name ist Synonym für Toleranz, Zivilcourage, Achtung der Menschenwürde, soziales Engagement, Pflicht- und Rechtsbewusstsein, Verantwortung, Gradlinigkeit, Zuverlässigkeit. Von Lutzenberger kam bei einem Bombenangriff am 24.12.1944 ums Leben. Die mit dem Namen Karl von Lutzenberger verbundenen Attribute haben somit unverwechselbar Vorbildcharakter und stellen eine schulprogrammatische Aussage für unsere Schule dar.

Das Schulprogramm der Karl-von-Lutzenberger Realschule befindet sich stetig in der Entwicklung. Wir verstehen die im Folgenden aufgelisteten Punkte als Bausteine, deren Bedeutung sich im Laufe des Schulentwicklungsprozesses wandeln kann, die austauschbar und / oder veränderbar sind. Eine ständige Evaluation in unterschiedlichen Bereichen versteht sich aus dem Eigenanspruch heraus.

Bildungs- und Erziehungsauftrag unserer Schule

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Realschule bietet den Schülerinnen und Schülern Anregungen und Hilfen auf dem Weg zur Mündigkeit. Dabei werden personale und soziale Erziehung sowie fachliche Bildung als miteinander verknüpfte und aufeinander bezogene Aufgaben begriffen. Die Realschule vermittelt grundlegende Befähigungen, die zu einer selbstbestimmten und verantwortungs­bewussten Gestaltung des Lebens in einer demokratisch verfassten Gesellschaft notwendig sind.

Die Realschule ist eine allgemeinbildende weiterführende Schule der Sekundarstufe I. Sie baut auf den Lern- und Sozialerfahrungen der Grundschule auf und führt Schülerinnen und Schüler in einem 6 – jährigen Bildungsgang zum Sekundarabschluss I – Fachoberschulreife. Besondere Leistungen (Abschlusszeugnis mit Qualifikationsvermerk) berechtigen zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.

Der Bildungsgang ist so angelegt, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Bildungsweg sowohl in der Berufsausbildung als auch in berufs- und studienorientierten Bildungsgängen der Sekundarstufe II fortsetzen können.

Grundlagen und Leitgedanken

Unser Schulprogramm soll als grundlegendes pädagogisches Konzept für den Unterricht und die Erziehung an unserer Schule helfen, die Qualität der schulischen Arbeit zu sichern. Dieses Konzept ist erweiterbar und veränderbar. Es ist uns wichtig, dass alle am Schulleben Beteiligten zur aktiven Mitarbeit bereit sind, auch über den Unterricht im engeren Sinn hinaus. Dabei spielt das Bemühen um gute Zusammenarbeit eine wesentliche Rolle. Die Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik ist wichtige Voraussetzung für das schulische Zusammenleben. Sie erfordert ein umsichtiges Miteinander von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern und Eltern. Um diese Voraussetzung zu verwirklichen, ist es unser Ziel, zu Fairness, Toleranz und Zivilcourage zu erziehen. Schulische Arbeit kann nur gelingen, wenn die Schlüsselqualifikationen besonders gefördert und vermittelt werden. Darunter versteht man lern- und arbeitstechnische Qualifikationen sowie soziale Fähigkeiten.

Das Miteinander in einer Gemeinschaft muss erlernt und gelebt werden. Es kann nur funktionieren, wenn auch die Freiheit des anderen berücksichtigt wird. Zur Orientierung dienen daher gemeinsame Regeln.

Jeder der am Schulleben Beteiligten ist für sich selbst und für sein eigenes Tun verantwortlich. Er trägt aber gleichzeitig auch Mitverantwortung in der Klasse, für die Klasse, das Kollegium und die Schulgemeinde.

Zielvorstellungen

Grundkenntnisse und –fertigkeiten in den Fächern Mathematik, Deutsch, den Fremd­sprachen sowie Gesellschafts- und Naturwissenschaften stellen die unverzichtbare Grundlage dar, die den Schülerinnen und Schülern eine erfolgreiche Schullaufbahn und damit eine Basis für die positive Gestaltung ihres weiteren Lebens ermöglichen. Die Bedeutung des lebenslangen Lernens in einer sich ständig ändernden Berufswelt und Gesellschaft verlangt darüber hinaus den Erwerb von Schlüsselqualifikationen, die Fähigkeit des selbständigen Wissenserwerbs und dessen Anwendung. Ein selbstbestimmtes und verantwortungsbewusstes Leben in Beruf und Gesellschaft verlangt aber auch weitere Qualifikationen, die in unserer Schule entwickelt und gefördert werden. Zu ihnen gehören Ordnung, Leistungsbereitschaft, Rücksichtnahme, Übernahme von Gemeinschaftsaufgaben, Verantwortungsbewusst­sein, die Fähigkeit zuhören zu können, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft.

Von unseren Schülerinnen und Schülern erwarten wir die Einsicht, dass sie für ihre Leistungen und ihren Lernerfolg mitverantwortlich sind. Sie sollen durch angemessene Förderung und Forderung zur Leistungsbereitschaft erzogen werden. Wir erwarten von den Schülerinnen und Schülern Eigenverantwortlichkeit bei der Pflege des Klassenraumes, des Schulgebäudes und –geländes sowie die Bereitschaft, Verantwortung für ihre Mitmenschen und ihre Umwelt zu übernehmen. Der Aufbau einer Klassen- und Schulgemeinschaft kann nur gelingen, wenn Schüler Toleranz praktizieren.

Von den Lehrerinnen und Lehrern erwarten wir die Bereitschaft zum Eingreifen und dass sie ihre Maßstäbe den Schülerinnen und Schülern transparent machen. Lehrerinnen und Lehrer haben eine Vorbildfunktion, sollten sich entsprechend verhalten und stets gesprächsbereit sein.

Von den Eltern erwarten wir Unterstützung, Mitarbeit, Mitverantwortung und die Bereitschaft bei der Erziehungsarbeit mitzuhelfen. Eltern sollten keine konstruktive Auseinandersetzung mit ihren Kindern scheuen und die Erziehungsarbeit nicht auf die Schule abwälzen. Wir nehmen sie natürlich ernst und kümmern uns, wenn sie sich mit Kritik oder Sorgen an die Schule wenden. Die Eltern haben beim Ratsbürgerentscheid 2015 bewiesen wie wichtig ihr Engagement für die Schule ist. Ihrem Engagement ist es wesentlich zu verdanken, dass der schon gefasste Auflösungsbeschluss revidiert werden konnte.

Die Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik ist wichtige Voraussetzung für das schulische Zusammenleben. Sie erfordert ein umsichtiges Miteinander von Eltern, Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern. Um diese Voraussetzung zu verwirklichen, sollten Fairness, Toleranz und Zivilcourage Ziele der Erziehung sein. Kritik sollte verstanden werden als Fähigkeit über eigene Leistungen und die anderer zu reflektieren. Außerdem sollte jeder in der Lage sein, begründete Kritik zu akzeptieren. Dabei gilt der Grundsatz, dass Kritik nicht verletzend, sondern immer konstruktiv sein soll.

In Abstimmung mit allen Mitwirkungsgremien wurden die Zielvorstellungen im Schul­konsens verbindlich zusammengefasst.

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