In der letzten Januarwoche dieses Jahres war es wieder so weit: die Gedenkstättenfahrt startete. Ziel dieses Mal: Gedenkstätte Buchenwald und die Wewelsburg.

Mit 29 Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 8 und zwei Lehrern, Jürgen Kettel und Carolin Kalt, im Gepäck ging es los, wir starteten nach Weimar. Von Montag bis Mittwoch verbrachten wir die Tage mit der Vorbereitung und dem Besuch im KZ Buchenwald.
Bereits in der Geschichts-AG wurde das Thema „Nationalsozialismus“ unter verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, sodass die Lerngruppe durchaus als kleines Expertenteam bezeichnet werden kann, wann immer es um das Leben zur NS-Zeit, um den Alltag im KZ oder um die Strukturen der SS geht. Mit diesem Wissen im Hinterkopf wurden wir in der Gedenkstätte empfangen und starteten mit einem Workshop, der uns einen Überblick über die Zeit des Geschehens und über das Gelände geben sollte. Hierbei wurde herausgearbeitet, dass Gedenkstätten heute noch von besonderer Bedeutung sind, weil sie Orte des Erinnerns und Gedenkens, aber auch des Recherchierens und Forschens sind.



Nach einer kurzen theoretischen Einführung besuchten wir dann den ehemaligen SS-Bereich des KZ, also den Bereich, vor dem berüchtigten Zaun, der den Aufseherbereich vom Gefangenenlager trennte. Hier erhielten wir Einblicke in das Leben der SS-Männer, die die Gefangenen beaufsichtigten und kontrollierten.

Nach der Mittagspause erfolgte dann der Rundgang durch das Häftlingsgelände. Besonders spannend fanden wir hier einen Tisch mit Ausgrabungsgegenständen, die heute noch auf dem Gelände gefunden werden. Von Brillen über Porzellan, bis hin zu Kamm und Rasierutensilien, gab es viel zu entdecken.

Ein eher beklemmendes Gefühl löste bei Vielen der Anblick der Verbrennungsöfen und des Platzes aus, auf dem Gefangene erschossen wurden. Hier erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, all ihre Fragen zu stellen, Gefühle und Gedanken zu äußern. Der Tag endete mit einem Besuch der Ausstellung auf dem Gedenkstättengelände. Hier erhielten wir nochmals einen zusammengefassten Überblick über das Geschehen und die Zeit. Besonders interessant waren hier die Geschichten einzelner Gefangener, die teils nachvollzogen und recherchiert werden konnten.



Mittwochs startete dann unsere Reisegruppe nach Büren auf die Wewelsburg, einem Versammlungsort der SS. Für die letzten drei Tage stand also die Tätersicht im Mittelpunkt, nachdem der Fokus bisher auf den Opfern des Nationalsozialismus lag. Wir starteten hier am Mittwochnachmittag mit einer Führung durch das Kreismuseum, welches die Geschichte der SS thematisiert. Hier wurde den Schülern verdeutlicht, dass man nicht von DEM Täter sprechen kann, sondern dass man zwischen verschiedenen Tätertypen und -motiven unterscheiden muss, nämlich dem Täter aus Überzeugung, dem aus Angst und dem aus Mangel an Alternativen, eben weil man dazugehören wollte und man es sich schlicht nicht leisten konnte, nicht mitzumachen.
Am Donnerstag und Freitag nahmen wir dann an verschiedenen Workshops teil, die sich mit den Themen „Toleranz“ und „Menschenwürde“ befassten. Außerdem unternahmen wir einen Rundgang durch das Dorf, wo noch heute „Überreste“ der Zeit zu finden sind.
Unsere Tour endete mit einem gemeinsamen Kinoabend in der Jugendherberge, die uns nach so vielen Infos und so viel Programm ein wenig auf andere Gedanken bringen sollte. Am Freitag kamen wir dann nachmittags müde und erschöpft, aber auch mit vielen neuen und unvergesslichen Eindrücken zurück in Zülpich an.